Delegation aus Stupino besucht Telgte zum Thema Inklusion

Telgte – „Den Menschen muss klar sein, dass ihnen das auch passieren kann“, sagte Svetlana Lanteova gestern bei der Auftaktdiskussion des Inklusionsseminars, zu dem neben Lanteova auch Olesia Kireenko und Viacheslav Kotov aus Stupino nach Telgte gereist sind und sich bis morgen über das Thema in Telgte und Umgebung informieren werden.

Wohlgemerkt auf Augenhöhe, denn die russische Partnerstadt hat laut Klaus Beck, Vorsitzender des Fördervereins Stupino-Telgte, in Russland eine Vorreiterrolle in der Inklusion inne. So seien die Überlegungen und Lösungen, die von Kireenkos Abteilung erarbeitet würden, eine Grundlage für Inklusion in ganz Russland.

Schnell zeigte sich, dass die Vertreter beider Länder mit den gleichen Problemen zu kämpfen haben. „Das Schwierigste ist sicher, erst einmal ein Bewusstsein für die Thematik zu schaffen“, äußerte Verena Schulte-Sienbeck, die beim Kreis für die Förderung von Menschen mit Behinderung zuständig ist. In Deutschland stehe man vor der Aufgabe, nachdem während der Nazizeit eine ganze Generation von Menschen mit Behinderungen getötet worden sei, und nachdem in der Nachkriegszeit spezielle Sonderwelten geschaffen worden seien, speziell letztgenannte Vorgehensweise rückgängig zu machen. „Wir sind es nicht mehr gewohnt, mit Menschen mit Behinderung umzugehen“, lautete die Einschätzung Schulte-Sienbecks.

Eine Einschätzung, die auch die Stupino-Seite bestätigen konnte. Es sei daher unbedingt notwendig, behinderte Menschen und deren Sichtweise in den Prozess einzubeziehen. „Sie lehren uns, wie mit ihnen umzugehen ist“, stellte Lanteova klar. Immer wieder machten die Russen deutlich, dass man zwar auch an den Konzepten, vor allem aber an der praktischen Umsetzung der Deutschen interessiert sei.

Ein großer Themenkomplex während der Tage in Telgte ist zudem das behindertengerechte Wohnen. In Russland ist dies völlig anders geregelt – die Probleme aber sind oftmals die selben. Viele Wohnhäuser seien einfach nicht behindertengerecht gestaltet.

Am Donnerstag wird die Delegation den Heimflug nach Russland antreten.

http://www.wn.de/Muensterland/Kreis-Warendorf/Telgte/1764133-Vorreiterrolle-in-Russland-Delegation-aus-Stupino-besucht-Telgte-zum-Thema-Inklusion-Bewusstsein-schaffen

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