Timo Leimbach (l.) zeigte dem russischen Praktikanten Aleksei Sinitschenko das elektronisch erfasste Leitungsnetz der Stadtwerke. Mit im Bild (Mitte): Heiko Alte Epping. Foto: Große Hüttmann

Praktikant aus Russland bei den Stadtwerken – Dem deutschen Netz auf der Spur

Einen wesentlichen Unterschied zu seiner russischen Heimat hat Aleksei Sinitschenko bereits am ersten Tag seiner Tätigkeit in der ETO-Verwaltung ausgemacht: Die Nutzung regenerativer Energien. „Das ist bei uns mittlerweile natürlich auch ein Thema, allerdings noch nicht sehr weit verbreitet“, sagt der 20-Jährige.

Von Andreas Große-Hüttmann

Der Student des Fachs „Internationale Beziehungen, Schwerpunkt Energiewirtschaft“ macht derzeit ein Praktikum bei den Stadtwerken. Möglich gemacht hat das der Förderverein Stupino-Telgte, der die entsprechenden Kontakte herstellte. Noch bis Ende dieser Woche durchläuft der junge Russe dabei verschiedene Stationen innerhalb des Versorgungsunternehmens, um möglichst alle betrieblichen Abläufe ein wenig kennenzulernen. Dazu gehört auch, dass er in den nächsten Tagen in einen Monteursanzug schlüpfen wird, um Mitarbeiter des Kundendienstes bei ihrer Tätigkeit zu begleiten.
Für Heiko Alte Epping, Prokurist bei den Stadtwerken ETO, ist das Praktikum eine – neudeutsch – Win-Win-Situation. „Aleksei Sinitschenko lernt unser Unternehmen und die Abläufe kennen, wir wiederum profitieren ebenfalls, da wir viel über das russische Versorgungssystem erfahren“, sagt er. Das Interesse bei den ETO-Kollegen sei groß, den Blick auf diese Weise einmal über den internationalen Tellerrand richten zu können. Zudem sei das Ganze „gelebte Völkerverständigung“.
Dass sich das russische Versorgungssystem an etlichen Stellen vom deutschen unterscheidet, macht Klaus Beck, Vorsitzender des Fördervereins Stupino-Telgte, an einem Beispiel deutlich. Die Haushalte in Stupino würden größtenteils über ein zentrales Heizwerk mit warmem Wasser für die Heizung und die Bäder versorgt. „Im Sommer wird das ein bis zwei Monate stillgelegt, um dringend notwendige Reparaturen für den durchaus kalten russischen Winter durchführen zu können“, erzählt er. In Deutschland sei so etwas unvorstellbar.
Vor allem die technische Dokumentation hat es Aleksei Sinitschenko angetan. Denn seit Jahren haben die Stadtwerke ETO sämtliche Pläne digital im Computer erfasst und innerhalb weniger Sekunden Zugriff darauf. Zudem sagt der 20-Jährige im nahezu perfekten Deutsch: „Es ist interessant zu sehen, wie ein solches mittelständisches Unternehmen geführt wird.“ Viele Informationen seien für sein Studium und seinen späteren Beruf, so glaubt er, gut zu gebrauchen.“
Untergebracht ist der Student aus Stupino in einer Gastfamilie. So lernt er nicht nur die deutsche Versorgungswirtschaft, sondern auch das Familienleben kennen.

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